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Eine andere Welt ist möglich!?

Im Jahr 2015 standen mehrere wichtige globale Ereignisse für Entwicklungspolitik und –zusammenarbeit wie der Beschluss der Sustainable Development Goals (SDGs), die Klimaverhandlungen in Paris oder der Aufruf des Papsts Franziskus gegen die globale Umweltzerstörung und den Klimawandel auf der internationalen Agenda. Das Bildungsprogramm des AAI blickt daher 2016 und 2017 in die Zukunft und beschäftigt sich unter dem Titel „Eine andere Welt ist möglich!?“ mit folgenden Schwerpunkten:

„Ich mach mir die Welt…“ Nachhaltige Entwicklung lokal mitgestalten
„Eine andere Welt ist möglich – aber wie?“ Weltveränderungen und Widerstände
„Eine andere Welt ist möglich – nur welche?“ Zukunftsperspektiven und Visionen von Entwicklung


Eine vielfältige Auswahl an Angeboten, wie die konsumkritischen Stadtspaziergänge, ein interreligiöses Kamingespräch oder das faire Weltdinner, sollen einen Zugang zur Frage einer „anderen Welt“ schaffen und sich auf unterschiedlichen Ebenen mit Voraussetzungen, Hindernissen, Ideen und Visionen für diese befassen.

Im Schwerpunkt „Ich mach mir die Welt…“ erfahren TeilnehmerInnen mit verschiedenen partizipativen und interaktiven Angeboten, wie sie nachhaltige Entwicklung selbst mitgestalten können. Im Rahmen dieses Schwerpunkts sind fünf Veranstaltungen geplant: Im Praxisprojekt „Wie wollen wir leben?“ arbeiten die TeilnehmerInnen über einen Zeitraum von 6 Monaten an eigenen Kleinprojekten. Die thematische Offenheit soll zur Kreativität anregen und dazu ermutigen, eigene Ideen zu verwirklichen. Wie in den vorhergegangenen Jahren findet regelmäßig das „faire Weltdinner“ statt, bei dem gemeinsames Kochen und der faire und nachhaltige Umgang mit Lebensmitteln im Vordergrund stehen. Um Informationen, Zahlen und Fakten sowie Tipps und Tricks für einen bewussten und nachhaltigen Alltag in Salzburg zur Verfügung zu stellen, entwickeln wir die Broschüre „Was tun? Salzburger Kompass für eine bessere Welt“. Es steht ab Juni 2017 Interessierten und insbesondere jungen Menschen ab 14 Jahren on– und offline zur Verfügung und soll dazu anregen, sich mit dem eigenen Konsum und Lebensstil auseinanderzusetzen. Die „Konsumkritischen Stadtspaziergänge“ zeigen, wie unser Einkaufsverhalten mit ökologischen und sozialen Missständen in anderen Regionen der Welt zusammenhängt und welche Lösungswege es dafür gibt. Bei „frei:willig“, einer Podiumsdiskussion mit anschließender Info- und Beratungsbörse, berichten ehemalige VolontärInnen von ihren Freiwilligeneinsätze und ihren Erfahrungen in Afrika, Asien, oder Lateinamerika.

„Eine andere Welt ist möglich – aber wie?“ ist die Frage im nächsten Schwerpunkt. Welche  Widerstände und Hindernisse stellen sich auf dem Weg zu einer nachhaltigeren und solidarischeren Entwicklung, welche „Hoffnungszeichen“ gibt es? Die Themenwochen „Geld regiert die Welt! (?)“ greifen Themen wie „Verschuldung und Austerität“, „Freihandel“, „Gender Budgeting“ und „Alternative Finanzsystem“ auf und bearbeiten sie mittels Workshops, Straßenaktionen und Vorträgen. Der Thementag „Energie der Zukunft“ mit Kurzvorträgen, Do It Yourself-Workshop und Solar-Buffet soll einen wissenschaftlichen Zugang mit „Learning by Doing“ verbinden und einfache Innovationen im Bereich erneuerbare Energie vorstellen. Die Ausstellung „Wenn Werte lebendig werden“ entstand im Zuge der Revolution in Ägypten. Sie stellt eine künstlerische Annäherung an zivilgesellschaftliche und basisdemokratische Bewegungen dar, die für eine friedliche Demokratisierung kämpfen. Der Global Space „Fair unterwegs: Tourismus entwickelt“ beschäftigt sich mit der Frage, wie nachhaltiger Tourismus den Nutzen für das Gemeinwohl steigern kann. Aus aktuellem Anlass widmet sich eine Online-Bildungskampagne dem Thema „Auf der Flucht“. Sie begleitet die AAI Angebote während des ganzen Jahres 2016 und soll so ermöglichen, dass verschiedene Perspektiven auf das komplexe Thema Flucht umfassend dargestellt werden können.Der Thementag „Eine andere Welt ist möglich – wer macht sie?“ findet im Herbst 2017 statt: Bei einem Planspiel simulieren die TeilnehmerInnen eine Praxissituation und können dadurch unterschiedliche AkteurInnen und ihre Handlungsspielräume nachempfinden. Ein interreligiöses Kamingespräch „Macht.Gewalt.Religion.“ widmet sich religiös motivierter Gewalt und dem Potential des interreligiösen Dialogs, religiöse Konflikte zu schlichten.

Der dritte Schwerpunkt „Eine andere Welt ist möglich – nur welche?“ widmet sich Perspektiven und Schwachstellen globaler Zukunftsagenden und wagt einen Ausblick auf eine gerechtere, nachhaltigere Zukunft. Der Brunch mit Vortrag „Laudato si: Die „Öko-Enzyklika“ fragt, welche Neuerungen die neue Papst-Enzyklika in Bereichen wie Klima, Energie und Nachhaltigkeit bringt. In der Ideenwerkstadt „Entwicklung reloaded: Zukunftsbilder und Anderswelten“ beschäftigen sich die TeilnehmerInnen mit Bildern einer nachhaltigeren und gerechteren Zukunft und entwerfen Zukunftsszenarien für eine „andere“ Welt.


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Rückblick: Sind wir "ausgewachsen"? Wachstum & Entwicklung

Das AAI Salzburg nimmt die aktuellen Debatten um ein neues Entwicklungskonzept zum Anlass und blickt im Bildungsprogramm 2015 unter dem Titel „Sind wir „ausgewachsen“? auf das Jahresthema „Wachstum und Entwicklung“.

Zu diesem Thema beschäftigen wir uns mit drei Schwerpunkten:

„Wie lebe ich? Ich in der Wachstumsgesellschaft“ ,
„Wie leben wir? Entwicklung und die Grenzen des Wachstums“ und
„Wie wollen wir leben? Post-Wachstum und das gute Leben für alle“.

Vielfältige Angebote auf diesen drei Schwerpunkten sollen einen differenzierten Diskurs zum Thema „Wachstum und Entwicklung“ anleiten und fördern, Aufklärung und Kritik ermöglichen sowie Potentiale für eine sozial und ökologisch nachhaltige globale Entwicklung sichtbar machen.

Im Rahmen des Schwerpunkts „Wie lebe ich? Ich in der Wachstumsgesellschaft“ sind drei Veranstaltungen geplant: Die erfolgreiche Reihe „Faires Weltdinner“ wurde am 11. Juni mit einem regionalen „Kräuterdinner“ und einem biofairen Dinner im Herbst fortgeführt.  Beim drei Mal stattfindenden Konsumkritischen Stadtspaziergang „Kaufen ohne Ende“ unternahmen die TeilnehmerInnen einen informativen Rundgang durch Salzburg und erfahren mehr über Globalisierung und nachhaltigen Konsum. Zuletzt wird im Rahmen des Projekts „Weltdorf in Salzburg“ zwischen 9. und 11. Oktober ein Hüttendorf auf dem Domplatz in Salzburg errichtet, bewohnt und bespielt. Ziel ist es hierbei, für die unterschiedlichen Lebenschancen und die ungerechte Verteilungssituation auf der Welt zu sensibilisieren.

Im Schwerpunkt „Wie leben wir? Entwicklung und die Grenzen des Wachstums“ werden im Frühling und Herbst 2015 vielfältige Veranstaltungen angeboten. Am 7. Mai spracht Franziskus Forster (ATTAC) am AAI über „Wachstum ohne Ende? Die Spielregeln der Wachstumsgesellschaft“. Am 2. Juni informierte der Themenabend „Planet Erde = Planet Müll? Die Folgen des Wachstums“ anhand einer „Müllaktion“, einer Podiumsdiskussion und einem Film zum Thema Müll und die Auswirkungen der Plastikverschmutzung. Im Oktober kürt ein Rezeptwettbewerb die besten veganen und vegetarischen Rezepte, die beim Weltdinner am 29. Oktober „Wir kochen gegen den Klimawandel!“ nachgekocht werden. Das Weltdinner stellt Fleisch als Wohlstandssymbol in einen globalen Zusammenhang und schafft ein Bewusstsein für die verschiedenen Auswirkungen auf Umwelt, Anbauflächen, und die globale Ernährungssituation.

„Wie wollen wir leben? Post-Wachstum und das gute Leben für alle“ bietet als dritter Schwerpunkt Einblick in und interaktive Auseinandersetzungsmöglichkeiten mit alternativen Modellen des Lebens und Wirtschaftens. Ansätze wie z.B. „Buen Vivir“, „Solidarökonomie“, „Commons“, „Beyond GDP“ oder „Feministische Ökonomie“ lernten die TeilnehmerInnen des Workshops „Das gute Leben – Aber WIE? Alternativen für ein Post-Wachstums-Zeitalter“ am 20. März kennen. Gelegenheit zum Ausprobieren und Selber-Machen bietet das  Praxisprojekt „Wie wollen WIR leben? Demokratische Praxis für eine nachhaltige Zukunft“ ab Dezember 2015.

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Rückblick: Globale Arbeitswelt(en)

Das AAI Salzburg widmete sich im Jahr 2014 dem Thema "Globale Arbeitswelt(en)". Zu diesem Zweck wurde ein abwechslungsreiches Bildungsangebot mit Workshops, Podiumsdiskussionen, Weltdinner, einem Filmabend und einer Modenschau zusammengestellt.

Der Fokus lag auf 3 Themensträngen:
"Die Macht der Ohnmächtigen: Die Arbeitenden"
"Das gute Leben: Lebensstil und Konsum" sowie
"Die Herren der Fabriken: Wirtschaft und Verantwortung", 

welche nicht nur die verschiedenen Perspektiven und Aspekte der Arbeitswelt im Zeitalter der Globalisierung aufzeigten, sondern auch darauf abzielten, für Vernetzungen und Zusammenhänge zwischen individuellen Lebensstil, Konsum, Produktion und Arbeit sowie zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden zu sensibilisieren.

"Die Macht der Ohnmächtigen - die Arbeitenden“ konzentrierte sich auf die Darstellung und Diskussion der Lebenssituationen von ArbeiterInnen aus dem Globalen Süden. Schlechte Arbeitsbedingungen, Hungerlöhne, Menschenrechtsverletzungen und Gewalt sind für viele ArbeiterInnen an der Tagesordnung. Der Vortrag mit Brunch „Frauenpower gegen Lohnsklaverei“ von Arockiasamy Britto, dem Leiter der NGO Vaan Muhil in Indien, leitete im März 2014 die Beschäftigung mit diesem Schwerpunkt ein. Während des Brunchs sprach Herr Britto mit den BesucherInnen über die Ausbeutung junger indischer Mädchen durch so genannte Sumangali Systeme. Im Sumangali wird den Arbeiterinnen ein Lohn in Höhe einer Mitgift am Ende einer mehrjährigen Arbeitszeit versprochen; viele von ihnen werden dieses Geld jedoch nie erhalten. Schlechte Arbeitsbedingungen, Erniedrigungen und körperliche Verletzungen stehen auf der Tagesordnung. Des Weiteren wurde zum Anlass des Weltfrauentags die Filmnacht „Women at work“ organisiert, die die schwierigen Herausforderungen von Arbeitsmigrantinnen in den Blick nahm. Ob als Hausmädchen in Dubai oder als Zwangsprostituierte in Europa, oftmals stellen sich die Hoffnungen auf bezahlte Arbeit im Ausland als Falle heraus. Drei ausgesuchte Filme gewährten den BesucherInnen einen Einblick in verschiedene Realitäten von ArbeiterInnen. Vor allem die inhumanen und prekären Arbeitsverhältnisse in der Textilindustrie haben durch schwerwiegende Missstände wie in Bangladesch traurige Berühmtheit erlangt. Diese Textilfabriken beliefern weltweit große Modeketten und gelangen so in den Kleiderschrank von Millionen von Menschen, die durch ihren Konsum zu den ausbeutenden Verhältnissen beitragen. Zur Sensibilisierung hinsichtlich dieser Zusammenhänge bot das AAI den Workshop „Kleider machen Leute – Und wer macht unsere Kleider?“ zum Thema Faire Mode an. Der gesamte Produktionsprozess alltäglicher Kleidung von der Baumwollplantage bis zum Endprodukt wurde unter die Lupe genommen. Bei einer fairen Modenschau des Weltladen Gneis hatten die TeilnehmerInnen schließlich die Chance, gerechte Mode als fesche Konsumalternative zu den üblichen Modeketten zu erleben.

Wie schon das Beispiel unserer Kleidung verdeutlicht, können die prekären Arbeitssituationen in der globalen Peripherie nicht isoliert von alltäglichen Konsumentscheidungen und Handlungen in den globalen Zentren betrachtet werden. Im zweiten Themenstrang „Das gute Leben - Lebensstil und Konsum“ ging das AAI näher auf den eigenen Bezug zu diesen globalen und globalisierten Arbeitswelten ein. Dabei wurde das Augenmerk auf Alternativen zu gewöhnlichen Konsummustern und Vorstellungen von gutem Leben gerichtet, die Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit im Blick haben. Das AAI bot dazu im Oktober den Workshop „Good Life around the world“ an, in welchem man eben diese verschiedenen Perspektiven und Ideen von einem guten Leben kennenlernen und mit anderen TeilnehmerInnen diskutieren konnte. Zur Reflexion, was und wie viel man wirklich zu einem guten Leben benötigt, wie die eigenen persönlichen Bedürfnisse zu einem guten Leben eigentlich aussehen und wie man als Resultat bewusster und weniger konsumieren kann, verhalf der Workshop „Haben-Wollen-Brauchen – Wie viel ist genug?“. Den Fokus auf faires und nachhaltiges Essen legte das Biofaire Weltdinner in Zusammenarbeit mit Verein Erdling aus Salzburg. Außerdem bot im Dezember das Schenkfest eine willkommene Alternative zum vorweihnachtlichen Kaufzwang und vervollständigte den Themenstrang.

Als Schnittstelle zwischen den ArbeiterInnen und KonsumentInnen wurde schließlich die Rolle und Verantwortung wirtschaftlicher Akteure behandelt. Unter dem Titel „Die Herren der Fabriken – Wirtschaft und Verantwortung“ war es Ziel, Problemfelder und Potentiale für die Einbindung von verantwortlichen Wirtschaftstreibenden in die Bemühungen für faire und menschenwürdige Arbeitsbedingungen im Globalen Süden aufzuzeigen. Zu diesem Zweck diskutierte im November eine ExpertInnenrunden über Corporate Social Responsibility in der Podiumsdiskussion „Verantwortung Unternehmen“.


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